Zur Startseite zurück (Logo)Psychologische Praxis - Diplom-Psychologe Christoph Burkhardt

Coaching
Überblick
Psychotherapie
Einzeltherapie
Gruppentherapie
Gestalttherapie
Supervision
Überblick
Lehrersupervision
Infos
Über mich
Kontakt
Links
Impressum

Gedanken zur Gestalttherapie

Als Gestalttherapeut fühle ich mich derjenigen Richtung innerhalb der Psychotherapielandschaft verbunden, die sich mit persönlichem Wachstum und der Entwicklung des menschlichen Potenzials (human potential) auseinandersetzt. Diese Richtung wird auch als "dritte Kraft" neben der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie bezeichnet.

Die Gestalttherapie hat als Teil dieser Bewegung auch einen gesellschaftskritischen Anspruch und richtet ihr Augenmerk nicht primär auf Krankheiten und Symptome des Individuums, die beseitigt werden müssen, sondern sieht diese vielmehr als Ausdruck eines gestörten Wachstumsprozesses des Menschen in einem konkreten Umfeld. Daher ist sie in viel stärkerem Maße an den persönlichen Ressourcen und Bedürfnissen interessiert und orientiert.

Meine Aufgabe als Gestalttherapeut

In meiner therapeutischen Arbeit und Haltung drückt sich diese Grundannahme unter anderem darin aus, dass ich mir weder herausnehme, bereits zu wissen, was für meine/n KlientIn gut und richtig ist, noch dass ich eine Lösung für ihre Probleme parat habe.

Daraus ergibt sich ein Arbeitsstil, der im phänomenologischen Sinne darum bemüht ist, die eigene Wahrheit der Klienten zu würdigen und zu respektieren und in einer offenen und neugierigen Haltung mit den Klienten ihre subjektive Welt zu erforschen. Dieser Haltung liegt auch das Vertrauen darin zu Grunde, dass die Klienten die persönliche Bedeutung und Lösung ihrer Probleme finden werden. Mein Angebot zur therapeutischen Unterstützung umfasst dabei u.a. folgende Aspekte:

  • Eine kontinuierliche und zuverlässige therapeutische Beziehung, in der Vertrauen und Offenheit als Voraussetzung für persönliche Veränderungsschritte entstehen können

  • Die ehrliche Rückmeldung meiner in sprachlichen Botschaften und Körpersignalen geschulten und geschärften Wahrnehmung

  • Meine ganz persönliche und als solche kenntlich gemachte Resonanz im therapeutischen Kontakt

  • Das zur Verfügung stellen meines Wissens und meiner Erfahrung bezüglich dessen, was den Wachstumsprozess der Klienten behindert oder fördert

Wurzeln der Gestalttherapie

Wie jede andere Therapieschule auch, hat die Gestalttherapie verschiedene Grundsätze, die sich aus ihrer Entstehungsgeschichte und ihrem zu Grunde liegenden Menschenbild ableiten lassen.

So haben auf die Entwicklung der Gestalttherapie u.a. phänomenologische Ideen der Philosophie Martin Bubers (Ich-Du-Beziehung), existenzialistische Gedanken der Philosophie Jean-Paul Sartres (individuelle Freiheit des Einzelnen), Ideen aus dem Zen-Buddhismus (Wirklichkeit im Hier und Jetzt; alles andere ist Illusion) und die antike Weltanschauung Heraklits ("pantha rei" = "alles fließt" als Hintergrund des Prozessdenkens) Einfluss gehabt.

Bedeutung für meine therapeutische Arbeitsweise

Diese Grundsätze spiegeln sich in meiner Arbeit als Gestalttherapeut in vielfältiger Weise praktisch erlebbar wieder. Die Frage nach dem "Was" und "Wie" steht im Vordergrund, nicht die nach dem "Warum".

"Warum nur, warum...?"

Hinter der Frage nach dem "Warum", die sich Menschen im Zusammenhang mit persönlichen Problemen und Blockierungen häufig stellen, verbirgt sich meistens die implizite Annahme, man müsse nur die Ursache in der Vergangenheit finden und erkennen, damit sich das Problem oder die Blockierung quasi von selbst löst. Erfahrungsgemäß ist dies häufig nicht der Fall: Eine Erklärung ist gefunden, aber die Veränderung bleibt dennoch aus.

Die Gestalttherapie ist sich dieser Schwierigkeit bewusst und erklärt sie u.a. damit, dass Erklärungsversuche von der erlebbaren Realität im Hier und Jetzt wegführen und dadurch wirkliche Veränderung verhindert, die nur in der Gegenwart und nicht rückwirkend erreicht werden kann.

Was zählt ist die Gegenwart

Als Gestalttherapeut schaue ich daher viel mehr nach dem "Was" und "Wie". Neben allem anderen sind auch alle Schwierigkeiten und blockierten Wachstumsprozesse nur in der Gegenwart erlebbar und sie zeigen sich innerhalb der therapeutischen Realität ebenso wie außerhalb von ihr.

Daher besteht eine Aufgabe meiner therapeutischen Arbeit darin, das bewusste und ganzheitliche Erleben meiner Klienten durch den Einsatz gezielter und sich aus der zu bearbeitenden Thematik ergebenden Experimente zu fördern. Auf diese Wiese kann das "Wie", können Prozesse und Störungen deutlich werden.

Ein bekannteres Beispiel für solche Experimente ist die oftmals mit der Gestalttherapie gleichgesetzte Stuhlarbeit, bei der unterschiedliche und in konflikthafter Weise miteinander in Beziehung stehende Seiten des Klienten veranschaulicht und miteinander in erfahrbarer Weise in Beziehung gesetzt werden. Dieser Vorgang ist für einen Veränderungsprozess von wesentlicher Bedeutung.

Im natürlichen Fluss der Veränderung

Die Warum-Frage impliziert eine statische und determinierte Struktur der menschlichen Identität, die zeitlich späteres Erleben von früheren Erfahrungen abhängig macht. Der Prozessgedanke in der Gestalttherapie (pantha rei) und der Freiheitsgedanke Sartres legen aber nahe, dass wir uns in jedem Augenblick neu erschaffen (können) und folglich auch frei sind, uns zu verändern.

Für die praktische Arbeit hat dies zur Folge, dass ich auf Deutungen des Verhaltens und Erlebens der Klienten oder deren Hintergründe verzichte und statt dessen eine Haltung vertrete, die einen gleichberechtigten statt eines bevormundenden Kontakts erlaubt (Ich-Du-Beziehung).

So können Sie als KlientIn in der Therapie die Erfahrung machen, dass Ihr Erleben der Realität selbstbestimmt ist, dass Sie für das Erleben selbst verantwortlich sind und Verantwortung übernehmen können.